Freiheit für Josef

"Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen." (George Orwell)

Impressum

Kontakt
Familie Slowik

Email
ffjosef@arcor.de

Anschrift
07704 Jena
Postfach 100427

2 Kommentare

  1. Großartig wie sie ihren Sohn/Bruder in dieser beschissenen Situation unterstützen Vielen Dank!! Viel Kraft wünsche ich ihnen für den morgen beginnenden Prozess und drücke die Daumen, dass der Richter endlich die einzig vernünftige Konsequenz nach dem eingefallenen Beweis-Kartenhaus trifft und die Haft aufhebt. Auch wenn ich eigentlich vermute, dass es dazu allso schnell nicht kommen wird. Josefs tatsächliches Verhalten ist da genauso irrelevant wie tatsächliche Beweise, die Justiz sucht dort nur ihr Bauernopfer. Hoffen wir, dass wenn er nicht nach dem 1. Prozesstag rauskommt, dass irgendwann bei einem der Folgetermine möglichst zeitnah glückliche Umstände eintreten, welche den Richter zum umdenken bewegen. Josef & sie sind nicht allein, solidarische Grüße!

  2. Sehr geehrter, lieber Josef,
    Sehr geehrte Familie Slowik,

    ich heiße Andreas Schmidt und stamme aus Camburg/Saale – sie wissen schon, nicht weit von Jena entfernt. Bis 1982 machte ich Abitur an der Spezialschule Mathe/Physik in Jena. In diesem Abiturjahr wurde ich von dem Leistungsprädikat 1.0 auf 3.0 heruntergestuft einschließlich einer üblen gesellschaftspolitischen Beurteilung wegen antisozozialistischer “Umtriebe”. Zeitgleich erhielt ich damals ein Bewerbungsverbort für ein Studium. Wähernd meiner Armeezeit danach kam ich ins Gefängnis ebenfalls wegen antisozialistischer Bekundungen. Später, trotz allem vorher, noch studieren könnend, wurde ich aus politischen Gründen zwei Jahre von der Uni exmatrikliert und arbeitete daraufhin als Hilfspfleger in der UNI-Nervenklinik Rostock, nach Beendigung meines Studiums erhielt ich Berufsverbot durch die Funktionäre in der DDR. Im Jahr 1989 fiel die Mauer. – Ich schreibe um Gottes Willen nicht, um mich wichtig zu machen. Ich will nur sagen, dass mir Ihre Einsamkeit, lieber Josef Slowik, ob dessen, was Sie mutig lebten und anstrengten, in einem gewissen Sinne vertraut ist, und vor allem, dass sie mich noch heute und eben wegen Ihnen etwas angeht. In den 1990 Jahren begleitete ich den Schriftsteller Jürgen Fuchs (ehemals Jena) auf dutzenden Lesungen als Pianist und Sänger. Verstehen Sie jetzt ein bisschen mehr, weshalb ich mit diesen Zeilen mich solidarisch an Sie wende. Ich hege Mitgefühl mit Ihnen und unterstütze von meinem Innern her, was sie mutig taten. Ich weiß von meiner Freundin Esther Dischereit her, dass Sie mittlerweile mit all den wichtigen Büchern von und um Jürgen Fuchs versorgt sind. Okay! Was ich Ihnen gerne aber dazu oder überhaupt noch sagen möchte: Das Wissen um Leute, die sich in ähnlichen Situationen befanden wie Sie, hat mir in all meinen einsamen Zeiten immer geholfen: Und wenn es Sie nicht anödet, so bedenken Sie recht, wenn ich Ihnen jetzt schreibe, dass es in Jahrzehnten auf allen Kontinenten Menschen, Leute gab, die sich so wie sie jetzt in einer außerordentlichen Anfeindung von staatswegen befanden. Deshalb möchte ich Ihnen Ermutigung zusprechen und eben Sie ermutigen zu lesen, was noch andere in verschiedenen Epochen und also immer schon zu sagen wußten: z.B. Montaigne, Ralph Waldo Emerson, Henry David Thoreau, Roberto Juarroz, Nicolas Davila, Octavio Paz, Juan Carlos Onetti, Utz Rachowski, und … Hans Sahl. Bitte!, lesen Sie die Bücher von Hans Sahl! — Seien Sie bitte getrost; und in insofern gestrost, dass Ihnen solche Autoren Kraft geben könnten.
    So schrieb ich Ihnen jetzt! Naja, eben so! Und eben im Sinne großen Mitgefühls!
    Mit bestem Gruß,
    Ihre Andreas Schmidt

Hinterlasse einen Kommentar zu Andreas Schmidt Antworten abbrechen

Pflichtfelder sind mit * markiert.