Freiheit für Josef

"Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen." (George Orwell)

Ein Jahr danach – Josef im Interview bei FM4

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Josef spricht über seine Zeit im Gefängnis und das Leben danach.

„In sieben Tagen hatte ich eine Stunde Leben, sozusagen, wenn ich Besuch bekommen habe, und der Rest war ein Überleben“, schildert Josef die U-Haft.

Das erste Radiointerview von Josef kann man noch 7 Tage bei Fm4@ORF nachhören (ab 20:15 Uhr).

Für alle, die das nicht schaffen sollten oder sich für mehr Details über den aktuellen Stand des Verfahrens oder der Geschichte der Stadt Jena interessieren, können die zugehörige Reportage hier nachlesen.

Josef gibt einige lang erwartete Antworten und gibt für uns die wichtigste Antwort mit seinem Lachen. Er hat sich von den Schrecken des letzten Jahres erholt. Jetzt 6 Monate später kann er die Zeit in Gefangenschaft mit Abstand betrachten und seine Freiheit genießen.

Beim diesjährigen Akademikerball will Josef nicht mehr in Wien auf die Straße gehen. Auch wenn die Organisatoren aus dem NO-WKR-Bündnis ihn gerne als Galionsfigur gesehen hätten. „Ich finde, der Protest und das Bündnis kann für sich selber sprechen“, sagt er. Menschen müssen von alleine aktiv werden und eine Entscheidung treffen. „Hinterherlaufen“ fände er schwierig. Außerdem hätte er ja nichts geleistet, sondern sei lediglich als Sündenbock herausgegriffen worden und hätte den Kopf für die Sachbeschädigungen hinhalten müssen, meint er.

Gewalt und Sachbeschädigungen lehne er ab, sagt Josef. Die Blockaden, die die Ballbesucher davon abhalten sollten, in die Hofburg zu kommen, findet er hingegen in Ordnung. Denn es ginge beim dem Ball auch darum, dass sich rechte und rechtsextreme Gruppen vernetzten und dort ihre Politik absprechen, die darauf abziele, die Menschenrechte von anderen zu beschneiden. „Im Gegenzug ihre Versammlungsfreiheit zu stören, halte ich für legitim“, betont Josef.

Und dem Vorwurf, dass vor allem gewaltbereite DemonstrantInnen aus Deutschland anreisen würden, entgegnet Josef: Wer Schaufenster mit Steinen einwerfen will, könne das auch zu Hause machen, „da muss man nicht nach Wien fahren.“. Er hält die Ängste, die auch dieses Jahr wieder zu hören sind, für übertrieben.

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