Freiheit für Josef

"Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen." (George Orwell)

Berühmt um welchen Preis?

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derStandard[Quelle: derStandard.at am 27.12.2014]

Wie im Jahresrückblick der österreichischen Zeitung derStandard.at zu lesen ist, gehören die Livetickerberichte zu Josefs  Gerichtsverhandlung zu den meist gelesenen Inlandsartikeln im Onlineportal der Zeitung. Die am häufigsten  besuchte Seite 2014 in dieser Rubrik war der Liveticker am Tag der Urteilsverkündung (22.07.14) mit 570.226 Klicks. Mit 398.248 Leserinnen und Lesern auf Platz 3 befindet sich der 1.Prozesstag (6.06.14), an dem zum ersten Mal der Belastungszeuge befragt wurde. Gleich dahinter auf dem 4 Rang liegt der 2.Prozesstag (21.07.14), an dem besonders viele entlastenden Zeugenaussagen zu Wort kamen.

Im Gesamtvergleich aller Standardartikel liegen die Livetickerberichte auf den Plätzen 3, 6 und 11. Mehr Aufmerksamkeit bekamen nur die spektakuläre Räumung von 19 Punks mithilfe von 1.700 Polizisten aus der Pizzeria Anarchia am 28.07.14 und der Sieg von Conchita Wurst beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen.

Wir sehen diese kleine Statistik beispielhaft für das große mediale und öffentliche Interesse an Josefs Fall. Wir sind allen Unterstützern, Lesern und Journalisten sehr dankbar, dass sie uns in diesen schweren Stunden nicht alleine gelassen haben. Doch haben wir leider erst die Halbzeit der Gerichtsverfahren erreicht. Auch wenn Josef wieder in Freiheit lebt und seinen Lebensweg versucht unbeirrt weiter zu gehen, bleibt der Ausgang der Nichtigkeitsbeschwerde und des Berufungsverfahren ungewiss. Selbst bei einer Entlastung im Strafmaß sind noch viele Rechnungen unbezahlt. Falls jeder 10. Leser der über 500.000 Leser einen 1 Euro spenden würde, dann könnte Josef seine Prozess- und Anwaltskosten begleichen und schuldenfrei sein Leben bestreiten.

Uns als seine Familie wird sein Fall auch im nächsten Jahr viele Stunden beschäftigen. Wir hoffen, dass Josef Fall nicht aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwindet, sondern der gesellschaftlicher Dialog weitergeführt wird. Insbesondere sprechen wir uns für die Abschaffung der umstrittenen Landsfriedensbruchparagraphen aus, damit es in Österreich Demonstranten wieder möglich sein kann ohne Furcht vor Repressionen auf die Straße zu gehen.

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