Freiheit für Josef

"Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen." (George Orwell)

“Ein Exempel”

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Theaterstück im Schauspielhaus Dresden | Mutmaßungen über die sächsische Demokratie | von Lutz Hübner und Sarah Nemitz | Regie: Jan Gehler |

Zusammenfassung des Stücks: “Als A, der das ganz gewöhnliche Leben eines Mannes um die dreißig mit Frau, Kind und Job lebt, eines Abends den Kassendienst im linksalternativen Veranstaltungszentrum übernimmt, beginnt es. Das Konzert der Weltmusikband läuft bereits, als eine Gruppe Neonazis vor dem Eingang zu stören beginnt. A stellt sich, in der vollen Überzeugung, das Richtige zu tun, den Störenfrieden entgegen. Die Situation eskaliert. Beleidigungen fliegen hin und her, Handgreiflichkeiten folgen, und plötzlich findet sich A, der bisher noch nie aktenkundig geworden war, auf dem Polizeirevier wieder, wo er sich dem Vorwurf der vorsätzlichen Gewaltausübung stellen muss. Als er kurz darauf eine Vorladung erhält, ist der Wettstreit um die Deutungshoheit eröffnet: Was ist an diesem Abend wirklich geschehen? Wer hat wen provoziert und angegriffen? Warum entsteht der Eindruck, dass für die Justiz und Politik in Sachsen der Feind eher links steht? Welches Politikverständnis liegt diesen Vorgängen zugrunde? Mit welchen Interessenskonflikten muss man im beruflichen Alltag des Justizwesens umgehen? Und wie wirkt sich die Erfahrung, als Angeklagter im Mittelpunkt eines Prozesses zu stehen, auf das Privatleben aus?”

Das Stück spricht mir aus dem Herzen, obwohl weder dem Autor noch den Darstellern die Ähnlichkeit zu Josefs Fall bewusst sind. Tatsächlich wurden Szenen eingearbeitet, die sich im Landesgericht Dresden abgespielt haben. Die Treffsicherheit der Aussagen schmerzt zu weilen. Doch ebenso ist es wohltuend seine Gefühle und Gedanken so präzise widergespiegelt zu sehen. Ich möchte an dieser Stelle mein großes Lob und meine Hochachtung an alle beteiligte Künstlern aussprechen.

Für alle die es nicht gesehen haben, es gibt eine Aufzeichnung vom ZDF, die am Montag, den 30.06. um 19.20 Uhr in der Kulturzeit in 3sat ausgestrahlt wird.

 

 

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