Freiheit für Josef

"Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen." (George Orwell)

Informationsveranstaltung am 30.06.14 um 19 Uhr im Rathaus Jena

| 1 Kommentar

Freiheit für Josef – jetzt sofort
Seit Jahrzehnten laden rechte Gruppen – mittlerweile unter Federführung der FPÖ – zum „Wiener Akademikerball“ dem Stelldichein der rechten Elite Europas. Wie jedes Jahr wurde der Ball am 24. Januar 2014 von breiten Protesten begleitet. Nach Zusammenstößen mit der Polizei wurden 14 Demonstranten festgenommen, darunter Josef. Er wird als Einziger für die Eskalation verantwortlich gemacht und wird bis Prozessende bereits ein halbes Jahr im Gefängnis verbracht haben.
Die Vorwürfe gegen ihn wiegen schwer. Josef wird neben Landfriedensbruch in Rädelsführerschaft und schwerer Sachbeschädigung auch absichtliche schwere Körperverletzung vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 5 Jahre Haft.
Einziger Belastungszeuge ist ein Zivilpolizist, der sich in Widersprüche verstrickt und dessen Aussagen bereits teilweise wiederlegt wurden. Kein Bild, kein Video, keine weiteren Zeugen belasten Josef und trotzdem sieht das Gericht „die Lage noch erhärtet“. So ist die Entscheidung, die
Enthaftung abzulehnen, die Fortführung einer von Anfang an dominierenden Unverhältnismäßigkeit.

Wenn die Unvoreingenommenheit von Polizei und Justiz schwindet und politisch motivierte Exempel möglich werden, kann uns das nicht gleichgültig sein. Ob in Wien 2014 oder Dresden 2011, es gilt sich
diesem Trend entgegenzustellen.

Wir laden Sie ein sich über Josef zu informieren und mit uns zu diskutieren.

Ein Kommentar

  1. Ein Prozess

    Irgendwann hatte ich angefangen dieses Buch zu lesen, von Kafka. Bis zum Ende war ich nie gekommen. Es war „Der Prozess“ und es war beklemmend, ausweglos. Nach der Hälfte meinte ich verstanden zu haben, um was es geht und wollte das Ende nicht wissen. Hat es eins? Da war einer in die Mühlen geraten, die Verurteilung stand fest, jegliche Bemühungen zwecklos. Die Schuldhaftigkeit stand fest, obwohl keine Vergehen bekannt waren. Die waren auch nicht wichtig, die Obrigkeit hatte ihre Arbeit aufgenommen und würde sie zu Ende bringen. Das System funktionierte und arbeitete. Der zu Verurteilende verstand die Welt nicht, er spürte nur, er würde nichts ändern können, die zuständigen Organe hatten sich festgelegt, er wird da durch müssen. Seine Unschuld wird er nicht beweisen können, das war nicht vorgesehen. Der Prozess wurde gemacht, weil Er falsch war, vielleicht nicht mal das, die Instanzen machen nur ihre Arbeit, und sie werden sie ordentlich machen, in aller Gründlichkeit. Und das Urteil steht fest. Auch die Anklage, damit hatte er nichts zu tun, das ging ihn nichts an, nicht abzumildern. Jeder Versuch einer Korrektur würde sich verschärfend auswirken. Der Einzelne in der Justizapparatur . . .
    Das Buch ist zeitlos und unpolitisch geschrieben. Ich hatte in dem Buch in einer anderen, inzwischen untergegangenen Gesellschaft gelesen und es damals nur zum Teil verstanden. Über aktuelle, passende Beispiele wurde damals nicht berichtet. Aber diese begegnen einem, wenn man die Augen offen hält und sich umschaut. Der Prozess wird wohl immer mal wieder zitiert und gelesen werden. Es ist zeitlos im doppelten Sinne: es spielt in keinem konkreten historischen Rahmen und ist immer wieder auch aktuell. Dass es in Österreich geschrieben wurde, will ich mal als Zufall unterstellen. Kein Zufall ist es wohl, dass es genau 100 Jahre später in Österreich „fortgesetzt“ wird.
    Der Protagonist im Roman heißt übrigens Josef.

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